08 Mrz 2021

Simon Hengel

Freiberuflicher Autor

Neustarthilfe: gibt‘s auch für Selbstständige mit Teilzeitkraft

Die Neustarthilfe der Bundesregierung fließt schon seit Februar: bis zu 7.500 Euro gibt es einmalig für Selbstständige, die im ersten Halbjahr 2021 wegen Corona ihrer Tätigkeit nicht oder nur eingeschränkt nachgehen können. Ob das Geld später zurückgezahlt werden muss, hängt davon ab, wie sich die Geschäfte von Januar bis Juni 2021 entwickeln.

Meist ist von der „Neustarthilfe für Soloselbstständige“ die Rede. Den Zuschuss gibt es aber auch dann, wenn man Aushilfen oder Teilzeitkräfte beschäftigt, solange rechnerisch keine Vollzeitkraft erreicht wird.

Entscheidend: Weniger als ein Vollzeit-Mitarbeiter

Entscheidend für die Gewährung von Neustarthilfe an Selbstständige mit Aushilfen ist der Stichtag 31.12.2020. An diesem Tag müssen sie weniger als einen Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt haben.

Wurden mehrere Teilzeitkräfte oder Aushilfen beschäftigt, werden sie zusammengezählt. Alle Beschäftigten werden abhängig von der Wochenarbeitszeit mit einem bestimmten Faktor berücksichtigt. Die Basis (Faktor 1) sind 40 Wochenstunden.

Wochenstunden

Faktor

450-Euro-Job

0,3

bis 20

0,5

bis 30

0,75

über 30

1

 

Das bedeutet: Selbstständige können drei 450-Euro-Kräfte gleichzeitig beschäftigen, ohne den Anspruch auf Neustarthilfe zu verlieren. Eine 20-Stunden-Kraft und ein Minijobber sind auch okay. Bei zwei parallel beschäftigten 20-Stunden-Kräften liegen sie über dem Limit, bei einer 30-Stunden-Kraft ebenfalls.

Neustarthilfe: Die wichtigsten Informationen

Im Unterschied zur Überbrückungshilfe können Selbstständige die Neustarthilfe direkt und ohne Steuerberater beantragen. Für den Antrag auf Neustarthilfe müssen Selbstständige ein Elster-Zertifikat besitzen. Anträge können nur einmal gestellt werden, und zwar bis zum 31.08.2021.

Die Hilfe wird relativ zeitnah als Vorschuss ausgezahlt und kann nur einmal in Anspruch genommen werden. Zurückgezahlt werden muss der Vorschuss nur, wenn die Umsätze im ersten Halbjahr 2021 um weniger als 60 Prozent gegenüber einem Referenzumsatz aus der Vor-Pandemiezeit zurückgegangen sind. Auch dann müssen – je nach Geschäftsverlauf 2021 – unter Umständen nur Teilbeträge zurückgezahlt werden. In der Regel wird der Referenzumsatz gebildet, indem der Jahresumsatz 2019 auf einen Sechs-Monatswert umgerechnet wird.

Anders als viele andere Fördermittel gibt es für die Verwendung von Neustarthilfe keine Vorgaben. Das Geld darf also auch für den privaten Lebensunterhalt oder andere Zwecke ausgegeben werden, nicht nur zur Deckung von Betriebsausgaben bzw. Fixkosten.

Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III (Fixkosten-Zuschuss) schließen sich wechselseitig aus – es kann nur eines der beiden Fördermittel beantragt werden.

Ausführliche Informationen

  • Umfangreiche Informationen zur Neustarthilfe gibt es im Netz zum einen auf der offiziellen Website des Bundesministeriums für Wirtschaft zu Überbrückungshilfe und Neustarthilfe. Dort kann auch der Antrag eingereicht werden. Detaillierte Informationen findet man unter den FAQ und den Unterseiten zur Neustarthilfe. Außerdem gibt es eine Hotline, die unter der Nummer 030 1200 21034 von Montag bis Freitag von acht bis achtzehn Uhr kostenlos weiterhilft.
  • Viele hilfreiche Tipps und Anleitungen zur Neustarthilfe hat auch der VGSD e.V. (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) zusammengestellt, darunter eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Antrag und eine Themenseite Neustarthilfe.

 

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