03 Jun 2019

UV und GTS: Stimmt die Gefahrtarifklasse Ihres Unternehmens in der gesetzlichen Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung (UV) ist ein Zweig der Sozialversicherung, mit der Arbeitgeber oft nur einmal im Jahr zu tun haben. Aber auch hier gibt es einige Dinge, die man wissen sollte.

Zum Beispiel sollte man sichergehen, dass dem eigenen Betrieb beziehungsweise den Mitarbeitern die korrekten Gefahrtarifklassen (GTS) zugewiesen sind. Sonst kann es passieren, dass zu hohe Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung fällig werden.

Die Gefahrtarifklassen in der gesetzlichen Unfallversicherung: Was bedeutet „UV“ und GTS“ überhaupt?

 

  • UV ist die Abkürzung für gesetzliche Unfallversicherung. In Deutschland muss jeder Arbeitgeber seine Mitarbeiter über ein System der gesetzlichen Unfallversicherung gegen Berufsunfälle und Berufskrankheiten absichern. Die Unfallversicherungspflicht umfasst sämtliche Arbeitnehmer einschließlich Auszubildender und Praktikanten. Unfallversicherungsträger ist bei privaten Unternehmen die für den jeweiligen Wirtschaftszweig zuständige gewerbliche Berufsgenossenschaft. Davon gibt es insgesamt neun.
  • GTS steht als Abkürzung für Gefahrtarifstelle. Jedem Betrieb oder Betriebsteil eines Unternehmens wird abhängig von der Tätigkeit eine solche Gefahrtarifstelle für die Unfallversicherung zugewiesen. Der GTS ist eine sogenannte Gefahrklasse zugeordnet, die wiederum die Höhe der Unfallversicherungsbeiträge für die Arbeitnehmer bestimmt. Eine GTS fasst Tätigkeiten mit einem vergleichbaren Risiko für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zusammen und wird nach versicherungsmathematischen Gesichtspunkten festgelegt.


Ein Beispiel für GTS

Im aktuellen Gefahrtarif der Verwaltungsberufsgenossenschaft ist die Gefahrtarifstelle 01 (Finanzdienstleistungen) mit der Gefahrklasse 0,41 verzeichnet. Die GTS 06 (Immobilienwirtschaft) hat die Gefahrklasse 1,53, und die GTS 07 (Sicherheitsunternehmen) die Gefahrklasse 4,05.

Entsprechend muss ein Wachschutzunternehmen für seine Mitarbeiter (soweit sie im Wachschutz tätig sind) höhere Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung bezahlen als eine Bausparkasse. Gibt es allerdings eine reine Verwaltungs- und Buchführungsabteilung, gilt für deren Mitarbeiter eine andere GTS mit niedrigerer Gefahrklasse. Schließlich hat dieser Unternehmensteil ein anderes Unfallrisiko.

 

Der Unternehmensschwerpunkt bestimmt die Berufsgenossenschaft

Für ein Unternehmen können zwar viele verschiedene GTS gelten, es ist jedoch stets nur Mitglied einer Berufsgenossenschaft. Falls die unterschiedlichen Unternehmensteile eigentlich in unterschiedliche Berufsgenossenschaften fallen, entscheidet der Unternehmensschwerpunkt, welche Berufsgenossenschaft zuständig ist.


Wer bezahlt den Beitrag zur Unfallversicherung?

Den Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung muss der Arbeitgeber allein übernehmen. In dieser Hinsicht besteht ein klarer Unterschied zu den anderen Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung: Bei der gesetzlichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung teilen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bekanntlich die Beitragspflicht.

 

Der elektronische Lohnnachweis an die Unfallversicherung

Um den Beitrag des Unternehmens zur Unfallversicherung festzulegen, muss der Arbeitgeber spätestens bis zum 16. Februar des Folgejahrs für jedes Jahr einen sogenannten elektronischen Lohnnachweis an die gesetzliche Unfallversicherung übermitteln. Zudem muss eine Jahresmeldung zur Unfallversicherung an die Deutsche Rentenversicherung abgebeben werden.

Beide Meldungen lassen sich direkt aus ilohngehalt heraus übermitteln (-> „Firma“ -> „UV-Lohnnachweis“)

 

Der elektronische Lohnnachweis umfasst folgende Angaben:

  • die Höhe der im Vorjahr bezahlten versicherungspflichtigen Entgelte
  • die Zahl der im Betrieb geleisteten Arbeitsstunden
  • die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten

Aus diesen Angaben bestimmt sich der Jahresbeitrag zur Unfallversicherung für den Betrieb.

 

Abruf der Stammdaten

Bevor der elektronische Lohnnachweis übermittelt werden kann, muss ein obligatorischer Abruf der Stammdaten stattfinden. Das soll sicherstellen, dass die Meldung mit korrekten Angaben erfolgt. Auch dieser Schritt ist als Funktionalität in ilohngehalt enthalten (-> „Firma“ -> „Stammdatenabfrage“).

Die für den Stammdatenabgleich erforderlichen Angaben (die Betriebsnummer Ihrer Berufsgenossenschaft, Ihre Mitgliedsnummer als versicherter Betrieb und Ihre PIN) lassen sich unter -> „Firma“ -> „Einrichtung“ in ilohngehalt hinterlegen.

 

Stimmt die Gefahrtarifklasse (GTS), die Ihrem Betrieb zugewiesen wurde?

Die Gefahrtarifstellen, die Ihnen von Ihrer Betriebsgenossenschaft übermittelt werden, finden Sie nach dem Stammdatenabgleich in ilohngehalt unter -> „Firma“ -> „UV-Lohnnachweis“.

Die vom Unfallversicherungsträger zugewiesenen GTS sind verbindlich und müssen den Mitarbeitern zugewiesen werden (unter -> „Mitarbeiter“ -> SV-Meldedaten bei ->„GTS-Code“ eintragen).

Man sollte die zugewiesenen GTS durchaus einmal prüfen. Das gilt insbesondere dann, wenn ein Unternehmen verschiedene Betriebsteile oder Tätigkeitsbereich mit unterschiedlichen Gefahrtarifklassen hat. Ob die von der Berufsgenossenschaft zugewiesenen Gefahrtarifklassen plausibel sind, lässt sich anhand der Listen der Gefahrtarife kontrollieren, die jede Berufsgenossenschaft veröffentlicht.

Gegen den entsprechenden Veranlagungsbescheid der Berufsgenossenschaft, der einmalig erteilt wird, kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden. Im Zweifelsfall bleibt nur, gegen fehlerhaft zugeordnete Gefahrtarifstellen mit Rechtsmitteln vorzugehen. Das kann sich aber im Einzelfall durchaus lohnen. Schließlich ist die Unfallversicherung für Unternehmen ein erheblicher Kostenfaktor.

 

Mit ilohngehalt sind Sie bestens gerüstet

Ilohngehalt ist ein „systemgeprüftes Entgeltabrechnungsprogramm“ und von der ITSG offiziell zertifiziert. Das bedeutet: Sie können sich in Bezug auf die Meldung zur gesetzlichen Unfallversicherung auf die Funktionalität von ilohngehalt verlassen, genau wie beim Abzug der Lohnsteuer und der übrigen Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung

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