21 Aug 2019

Simon Hengel

Freiberuflicher Autor

Die neuen Regelungen für Midijobs seit Juli 2019

Bei einem Midijob fallen zukünftig reduzierte Beiträge zur Sozialversicherung an. Wie sich die neuen Beiträge berechnen und was die neue Regelung für Sie als Arbeitgeber bedeutet, haben wir für Sie zusammengefasst.

Wenn ein Minijob nicht mehr ausreicht, gibt es die Möglichkeit, über einen sogenannten Midijob Arbeitszeit und Entgelt auszudehnen, ohne dass gleich die vollen Sozialversicherungsabgaben anfallen. Für ein Beschäftigungsverhältnis mit regelmäßigem Monatseinkommen zwischen 450,01 Euro und 850 Euro hat sich der Begriff Midijob eingebürgert, dessen Einkommensgrenze nun angehoben wurde.

Anhebung der Midijob-Einkommensgrenze auf 1.300 Euro

Bis Ende Juni 2019 wurden in der sogenannten Gleitzone des Midijobs von 450,01 Euro bis 850 Euro Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 21 Prozent abgezogen.

Das ist nun anders. Der neu geltende Übergangsbereich ersetzt die bisherige Gleitzone. Dieser reicht bis 1.300 Euro und mildert damit die Beitragsbelastung für Midijobber. Im Übergangsbereich steigen die Sozialversicherungsbeiträge nun langsam von 11 auf 21 Prozent an. Oberhalb der Midi-Verdienstgrenze von 1.300 Euro sind die vollen Sozialversicherungsbeiträge zu leisten.

Arbeitnehmerbeiträge werden nach einem fiktiven Einkommensbetrag berechnet

Dazu kommt eine weitere Neuerung. Die Höhe der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung richtet sich im Übergangsbereich nicht nach dem tatsächlichen Verdienst des Midijobbers. Entscheidend für die Sozialversicherungsbeiträge ist vielmehr ein fiktiver beitragspflichtiger Betrag, der mit folgender Formel berechnet wird:

Beitragspflichtige Einnahme = 1,1288588 × Arbeitsentgelt – 167,51647

Auf das so errechnete fiktive Entgelt sind dann die Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.

Übersichtstabelle

Nach der neuen Regelung gibt es am Anfang und am Ende des Übergangsbereichs keine Entlastung. Bei 850 Euro Monatseinkommen fallen die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung jedoch um rund 23 Euro niedriger aus. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht:

Bruttoentgelt /Monat Sozialversicherungs-brutto Arbeitnehmer-Abzüge zur gesetzlichen Sozialversicherung Beitragsentlastung gegenüber voller Beitragsberechnung
450,01 € 340,48 € 45,79 € 0 € weniger
500 € 396,91 € 58,25 € 2,87 € weniger
600 509,80 € 83,19 € 8,62 € weniger
700 € 622,68 € 108,12 € 14,37 € weniger
800 € 735,57 € 133,05 € 20,12 € weniger
900 € 848,46 € 157,99 € 20,44 € weniger
1.000 € 961,34 € 182,92 € 15,33 € weniger
1.100 € 1.074,23 € 207,86 € 10,22 € weniger
1.200 € 1.187,11 € 232,79 € 5,11 € weniger
1.300 € 1.300, 00 € 257,73 € 0 € weniger

(Für Arbeitnehmer mit Kindern, Wohnort außerhalb Sachsens, KV-Zusatzbeitrag 0,9 %)

Neue Meldepflichten für Arbeitgeber

Sie als Arbeitgeber müssen Ihre Arbeitnehmer im Übergangsbereich (also der früheren Gleitzone) wie bisher bei den verschiedenen Sozialversicherungsträgern anmelden.

Bei der Rentenversicherung kommt dazu eine neue Aufgabe: Seit Juli 2019 muss nicht nur das tatsächlich erzielte Entgelt, sondern auch das beitragspflichtige Entgelt gemeldet werden.

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