14 Jun 2021

Simon Hengel

Freiberuflicher Autor

Zeitgrenzen bei Minijob und kurzfristiger Beschäftigung: von März bis Oktober 2021 ein Monat mehr

Von März bis Oktober 2021 kann eine kurzfristige Beschäftigungen von bis zu vier Monaten oder 102 Arbeitstagen sozialversicherungsfrei sein. Außerdem dürfen Minijobber die 450-Euro-Grenze in dieser Zeit an vier statt an drei Monaten überschreiten, solange das unvorhergesehen passiert.

Kurzfristige Minijobs 2021: bis zu vier Monate oder 102 Tage sozialversicherungsfrei jobben

Vom 01. März 2021 bis zum 31. Oktober 2021 gilt eine großzügigere Zeitgrenze für sozialversicherungsfreie kurzfristige Aushilfsjobs: in dieser Zeit können sie maximal vier Monate oder 102 Arbeitstage umfassen. Davor und auch wieder danach dürfen es nur drei Monate oder 70 Arbeitstage sein.

Allerdings trat die Erhöhung erst am 01. Juni 2021 in Kraft. Sie gilt zwar grundsätzlich ab März dieses Jahres, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Wenn der Beginn des kurzfristigen Aushilfsjobs zwischen dem 01. März und dem Inkrafttreten der Änderung am 01. Juni lag, können sie nun ab dem 01. Juni auf vier Monate oder auf 102 Tage verlängert werden, falls sie bereits davor sozialversicherungsfrei gewesen waren. Sie dürfen also zunächst nur auf maximal 70 Tage oder drei Monate angelegt gewesen sein.

Kurzfristige Beschäftigung: das Kurzprofil

Kurzfristige Beschäftigung sind eine echte Ausnahme im Sozialversicherungsrecht: sie bilden eine legale Möglichkeit, jemand einzustellen, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge anfallen – weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer.

  • Allerdings darf die jeweils geltende Zeitgrenze nicht überschritten werden. Bei mehreren kurzfristigen Jobs gilt sie für alle gemeinsam, und zwar innerhalb eines Kalenderjahrs. Mittlerweile hat das Bundessozialgericht klargestellt, dass es ausreicht, wenn entweder die maximale Zahl an Arbeitstagen oder die Höchstzahl an Monaten eingehalten wird.
  • Außerdem gilt eine Besonderheit: Das Entgelt kann zwar unbegrenzt hoch sein. Liegt es allerdings bei mehr als 450 Euro pro Monat, dann darf der kurzfristige Job nicht „berufsmäßig“ ausgeübt werden.

Fragen zu kurzfristiger Beschäftigung? Hier gibt es Antworten:

Wie kurzfristige Minijobs funktionieren und welche Voraussetzungen gelten, fassen zwei ilohngehalt-Beiträge zusammen:

Vier statt drei Überschreitungsmonate bei Minijobs möglich

Eine Fristverlängerung von drei auf vier Monate gilt auch bei klassischen Minijobs bzw. 450-Euro-Jobs: in der Zeit von März bis Oktober 2021 darf die 450-Euro-Grenze statt wie sonst in drei Monaten in maximal vier Monaten überschritten werden, ohne dass das geringfügige Beschäftigungsverhältnis voll sozialversicherungspflichtig wird.

Bezugszeitraum sind jeweils die letzten 12 Kalendermonate: Geht es um eine Überschreitung im September 2021, zählen alle Überschreitungen seit Oktober 2020.

Wichtige Voraussetzung: eine Überschreitung bedroht den Minijob-Status nur dann nicht, wenn sie nicht vorhersehbar war. Ein typischer unvorhergesehener Fall: der Minijobber muss plötzlich für einen erkrankten Vollzeit-Kollegen einspringen.

Geringfügige Beschäftigung: Tipps zu Minijobs

Tipps und Infos zu 450-Euro-Jobs und ihrer Abrechnung per ilohngehalt gibt es hier:

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